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Integrierte Planung

Der Zweck einer soliden Planung sollte nicht einzig darin liegen, Drittpersonen von der Businessidee oder für eine weitere Finanzierungsrunde für eine Erweiterungsinvestition zu überzeugen, sondern vor allem dabei helfen, die Planungssicherheit zu verbessern und eine vorausschauende Geschäftstätigkeit zu entwickeln. Durch eine integrierte Betrachtungsweise können nicht nur Kapital und Liquidität optimal eingesetzt und Kosten gespart werden. Auf diese Weise kann ein effektives, vorausschauendes Risikomanagement bedeutend besser betrieben werden. Die meisten dieser Fragestellungen lassen sich nicht isoliert betrachten, denn dreht man an einer Stellschraube, wirkt sich dies im Unternehmen aufgrund zahlreicher Abhängigkeiten auch an anderer Stelle aus.

Was ist überhaupt eine integrierte Planung bzw. ein integrierter Finanzplan?

Die Planrechnungen, also Erfolgsrechnung, Cash Flow Rechnung und Bilanz, sind miteinander verlinkt, wobei die Inputs, die Berechnungen sowie die Outputs gut sichtlich voneinander getrennt werden. Eine Änderung bei den Inputs hat also nicht nur Auswirkungen auf das entsprechende Jahr oder die entsprechende Kostenstelle. Auch alle Folgejahre, die Cash Flows, die Profitabilität und das Kapital werden durch die Interaktion der verschiedenen Komponenten beeinflusst. Ohne integrierte Planung ist es teils unmöglich, Effekte aus heutigen Entscheidungen für die Zukunft genau zu erfassen, da es zwischen den einzelnen Wertreibern und im Verlauf der Zeit erhebliche Interaktionen gibt.

Mehr zum Thema: Planrechnungen

Planungstool für strategische Entscheidungen

Bei einer anstehenden betrieblichen Neuausrichtung bzw. bei einer grösseren Investition müssen die Auswirkungen auf das Unternehmen frühzeitig analysiert werden. Oft werden Unternehmen erst tätig, wenn eine Transaktion ansteht (bei einer Übernahme oder als Ziel einer Übernahme). Es kann dann nicht schnell genug gehen, die (personellen und zeitlichen) Ressourcen sind knapp und so werden Unsummen für externe Consultants und Anwälte ausgegeben. Durch die richtigen strategischen Entscheidungen können bereits im Vorfeld die Weichen richtig gestellt werden, was auf die lange Sicht Kosten reduziert und die Verhandlungsposition stärkt. Strategische Entscheide beeinflussen die Handlungsoptionen einer Unternehmung auf viele Jahre hinaus und sind nur mit erheblichem Mitteleinsatz korrigierbar – Grund genug, sich bei der Entscheidungsfindung genügend Zeit zu nehmen.

Identifizierung Kapitalbedarf

Strategische Entscheidungen sind häufig mit einem zusätzlichen Kapitalbedarf verbunden, aber auch laufende operative Tätigkeiten erfordern eine Analyse des Kapitalbedarfs. Gerade die langfristige Kapitalplanung ist von verschiedensten Faktoren abhängig: Erweiterungsinvestitionen, Restrukturierungen, Produktionsverlagerungen etc. Daneben haben externe Effekte wie Wechselkursschwankungen, Entwicklungen des Konjunkturverlaufs einen erheblichen Einfluss auf den Kapitalbedarf resp. die Kapitalplanung. Um einen solchen Kapitalbedarf frühzeitig zu erkennen und entsprechende Massnahmen zu ergreifen, braucht es eine integrierte Planung, welche alle Faktoren einbezieht. Es kann beispielsweise sein, dass sich die Folgen einer Investition hinsichtlich des Finanzierungsbedarfs erst nach einer gewissen Frist bemerkbar machen – dies kann Auswirkungen in der Liquidität oder im Eigenkapital beinhalten.

Effektiver Kapitaleinsatz

Besteht eine Unternehmensgruppe aus mehreren Business Units oder Tochtergesellschaften, stellt sich die Frage, wie effektiv das zur Verfügung stehende Kapital verwendet wird. Das trifft einerseits für Banken und Versicherungen zu, welche aus regulatorischen Gründen gezwungen sind, Mindestkapitalanforderungen zu erfüllen, aber anderseits auch einfache Produktions- oder Dienstleistungsunternehmen, welche keinen unlimitierten Zugang zu neuem Kapital haben.

Zuerst stellt sich die Frage, wie man einen effektiven Kapitaleinsatz überhaupt messen will. Zur Auswahl stehen unter anderem die Eigenkapitalrendite, die Gesamtkapitalrendite, der Return on Investment, usw. Ist die Frage der Messung eines effektiven Kapitaleinsatzes geklärt, lässt sich einzelnen Abteilungen Kapital zuordnen und so der Kapitaleinsatz für die ganze Gruppe optimieren.

Kapitalstrukturoptimierung

Im Zusammenhang mit einem effektiven Kapitaleinsatz stellt sich natürlich die Frage nach der optimalen Kapitalstruktur. In Folge des Niedrigzinsumfeldes lohnen sich nun oft eine Erhöhung des Fremdkapitals und damit eine Erhöhung des Leverages. Eine Veränderung der Kapitalstruktur lässt sich auf mehrere Arten erreichen, und wieder gibt es zahlreiche Interdependenzen, die ohne integriertes Modell kaum erfasst werden können. Beispielsweise kann neues Fremdkapital aufgenommen werden oder vorhandene Gewinne werden an die Eigentümer ausgeschüttet. Beide Varianten haben einen Effekt auf die Liquidität, die Verfügbarkeit von Investitionskapital, auf die Profitabilität usw. Steht in den Folgejahren weniger/mehr Kapital zur Verfügung, muss die Investitionstätigkeit angepasst werden. Die Liquidität verändert sich beispielsweise aufgrund des direkten Abflusses von flüssigen Mitteln (bei Ausschüttungen) nicht nur in diesem Jahr, sondern dies hat Auswirkungen auf alle Folgejahre. Eine effektive Kapitalplanung ist ohne gleichzeitige Investitionsplanung nicht sinnvoll, gleichzeitig muss eine ausreichende Liquidität aufrechterhalten werden.

Finanzierungskonditionen

Ein gewichtiges Argument für eine gründliche Planung sind letztlich auch die Finanzierungskonditionen. Diese Konditionen basieren einerseits auf den aktuellen Marktkonditionen, aber zusätzlich auf dem individuellen unternehmensspezifischen Risiko der Unternehmung. Gerade Letzteres ist oft schwierig zu bestimmen und ist letztlich Gegenstand von Verhandlungen zwischen Investor und dem Gläubiger. Oft verhindert ein Informationsvorsprung des Unternehmens eine Vergabe eines Kredits bzw. verschlechtert die Kreditkonditionen aufgrund einer erhöhten Unsicherheit für den Investor. Durch Offenlegung von Planrechnungen und Szenarien wird die Transparenz erhöht und die Unsicherheit reduziert. Durch Stresstestings und Stressszenarien können Extremsituationen aufgedeckt und bereits vorgängig Gegenmassnamen geplant werden. So erkennt nicht nur das Unternehmen die Schwächen Ihrer Organisation und den Handlungsbedarf, bevor es zu spät ist, sondern auch ein potenzieller Investor kann mit dieser Information versorgt werden. Zudem demonstrieren Sie gegenüber dem Investor Kompetenz, was wiederum positive Effekte auf die Finanzierungskonditionen haben kann.

Synergiepotentiale

Bei einer integrierten Betrachtungsweise, die bereits bestehende Strukturen in die Investitionsplanung einbezieht, können Synergieeffekte richtig evaluiert werden. Oft stehen in Zeiten der Expansion die neuen Produkte oder Dienstleistungen der neuen „Business Line“ im Vordergrund, bestehende Synergiepotentiale werden aber zu wenig in Betracht gezogen. Der Gesamtnutzen für die Unternehmung wird entsprechend zu tief eingeschätzt.

Liquiditätssteuerung

Expansionen haben auf die Liquiditätsplanung oft eine bedeutende Auswirkung, da der Investitionsbedarf nicht selten die Liquiditätssituation bis auf das Äusserste strapaziert.

Produktionsverlagerungen

Aktuell verlagern viele Firmen Produktionskapazitäten an billigere Standorte im Ausland um Kosten zu sparen. Solche Verlagerungen der Produktion haben natürlich Auswirkungen auf das ganze Unternehmen. Mit einem integrierten Finanzplan können auch indirekte Auswirkungen und Folgen, die erst in ein paar Jahren sichtbar werden, erfasst werden. Gegenmassnahmen (z.B. weitere Finanzierungen, Verlängerungen bestehender Kreditlimiten) können so frühzeitig geplant werden.

Nach dem Frankenschock im Januar 2015 wurde einmal mehr deutlich, dass viele Unternehmen den Einfluss der Frankenaufwertung schlecht abschätzen konnten, da viele verschiedene Faktoren hineinspielen. Die Planung einer möglichen Produktionsverlagerung (oder eine Produktionspartnerschaft) ist eine sehr langfristige Angelegenheit. Eine bessere Planung, als ein komplettes, individuelles Abbild der eigenen Unternehmung zur Evaluation verschiedener Alternativen gibt es eigentlich nicht.

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